Jugendgruppe reiste nach Tukastan
Geübt wird bei jedem Wetter. Denn auch am Wettkampftag nimmt darauf nieman Rücksicht.
„Wer hätte gedacht, dass es so schwierig sein kann, im Ausland zu helfen…“, so das Fazit der Jungen und Mädchen der THW-Jugend Balve, die am Samstag ihre Eltern zu einem „Elterndienst“ eingeladen hatten. Die Hilfsreise führte nämlich in das entfernte Tukastan und da war so manches anders, stellten Jugendliche und Eltern fest.
Bereits um 9:00 Uhr am 19. September hatte man sich an der Unterkunft getroffen. Dort wurden Jungen, Mädchen und Eltern mit einem kurzen Filmausschnitt die Auslandseinsätze des THW näher gebracht. „Wer aber denkt, man könnte einfach so in ein fremdes Land einreisen um dort zu helfen, der irrt sich!“ – so hatten die Betreuer ihren Schützlingen noch eingeschärft. Nicht umsonst müssen alle erwachsenen THW-Helferinnen und Helfer erst einige Vorbereitungslehrgänge absolvieren, bevor sie im Ausland helfen dürfen.
Nach einer kurzen Vorbereitung auf das ferne Land „Tukastan“ das von einem harten Diktator geführt und immer wieder von Rebellenaufständen geschüttelt wird wurde es dann für Eltern und Jugendliche ernst. Mit den blauen Fahrzeugen, die kurzerhand in „Flugzeuge“ umfunktioniert wurden, ging es mit abgedunkelten Scheiben los. Nach fast zwei Stunden Flugzeit war man auf dem internationalen Flughafen von Tukastan gelandet. Nun kam der schwierigste Teil des Tages: Die Einreise! „It´s not a good Time, travel to Tukastan!“ erklärte der Grenzbeamte mit finsterer Mine und gebrochenem Englisch den jungen Helfern. „But we want help!“ – Es brauchte eine ganze Weile, bis die beiden Zöllner begriffen hatten, was die Leute in den blauen Anzügen eigentlich wollten. Dann kam das nächste Hindernis: Die Pässe und Dokumente. Eine nicht enden wollende Papierschlacht folgte. Nun können wir endlich einreisen! – Denkste! Denn einem der beiden Zöllner war kalt an seinem Grenzposten geworden und erst nachdem sie ihm ein Feuer entzündet hatten, durften die Junghelfer und ihre Eltern zur Katastrophe vorrücken. Im Hafen von „Hiltropia“, mussten die Gummienten, die kleinen Mini-Schlauchboote der Jugendgruppe zu Wasser gelassen werden und der große Fluss überquert werden. Am jenseitigen Ufer wurde dann mit vereinten Kräften nach Flutopfern gesucht und tatsächlich: 2 Personen wurden aus höchster Gefahrenlage befreit und zum anderen Ufer ins Krankenhaus transportiert.
Nach dem Mittagessen aus der THW-Küche lösten die Betreuer die Situation auf. Die Balver hatten ihren ersten „Auslandseinsatz“ gut überstanden, auch wenn sie gar nicht wirklich in einem fremden Land sondern nur in Münster-Hiltrup am Dortmund-Ems-Kanal gewesen waren. Nun konnte aber auch der Bereich Spiel & Spaß beginnen. Nach einem Gummienten-Rennen entfachte plötzlich – wie könnte es anders sein – eine zünftige Wasserschlacht! Wer wollte, konnte auch mal eine Runde mit den Motorbooten über den Kanal fahren, ein Angebot dass sich insbesondere die Eltern nicht entgehen ließen. Irgendwann, kurz vor Sonnenuntergang musste dann aber doch die Luft wieder raus aus den Gummienten und auch die großen Boote wieder auf den Fahrzeugen verlastet werden. Es ging zurück nach Balve. Dort klang der Abend bei einem gemütlichen Feierabendgrillen aus. Man war sich einig: „Eine geniale Aktion, die unbedingt wiederholt werden muss!“
Ein großes Dankeschön ging an Maik Fürth und Ralf Blumenkamp, die mit ihrem schauspielerischen Talent als Grenzbeamte dafür gesorgt haben, das der Auslandseinsatz in Tukastan bei Eltern und Junghelfern ein vergessliches Erlebnis bleiben wird!